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Baumführer Alleenbäume

Viele unserer heutigen Alleen wurden bereits im 19. Jahrhundert angelegt. Einige stammen sogar aus dem 17. Jahrhundert. Damals wurden die Baumarten nach anderen Gesichtspunkten ausgewählt als heute. Oft war das persönliche Empfinden des Landesherren ausschlaggebend für die Wahl der Bäume.
War der Landesfürst ein Jagdliebhaber, so ließ er Eichen oder Buchen pflanzen.
Die Früchte dieser Baumarten zogen das Wild der näheren Umgebung an, so dass der Adel bei der Jagd ein leichteres Spiel hatte.
War das Futter für die Schweine knapp, so bot es sich an, Kastanien oder Eichen zu pflanzen, da die Früchte als Nahrung für Schweine genutzt werden konnten. Wieder andere Landesherren liebten ausladende und repräsentative Zufahrtsstraßen zu ihren Besitztümern. Sie wählten häufig Linden als Alleebaum.

Heute sind Alleebäume extreme Belastungen ausgesetzt. Nur die robustesten Arten halten ihnen Stand. Daher ist die Vielfalt in den neu gepflanzten Alleen weniger bunt. Auf Grund ihrer hohen Schadstoffresistenz werden heute oft Ahornarten neu gepflanzt. Für den Naturschutz sind bei der Pflanzung von Alleen vor allen einheimische Bäume von Interesse.

Eine Beschreibung zu den einzelnen Baumarten findet ihr auf:
http://www.imagines-plantarum.de
http://www.baumkunde.de

Alleebaumarten aus MV und ihre Herkunft

Linde : der Klassiker unter den Alleebäumen
Das Verbreitungsgebiet der Gattung Linde mit ihren 50 Arten erstreckt sich über die nördlich gemäßigte Zone Europas, Asiens sowie Nordamerikas und reicht südlich bis Mexiko bzw. Indochina. Die bekanntesten Vertreter der Linden in Mecklenburg Vorpommern sind die Sommer- und Winterlinde, die nicht ganz einfach voneinander zu unterscheiden sind.
Ahorn : der zweit häufigste Alleebaum
Die Gattung der Ahorne sind insbesondere in den nördlich gemäßigten Breiten vertreten. Zudem erreichen einige Arten in Südostasien sogar die tropischen Gebirge. Eine Weitere dringt bis Java und Summatra in die Südhalbkugel vor. Auf der nördlichen Halbkugel einschließlich Amerika gibt es 150 Ahornarten. Bei uns sind unter anderem Spitzahorn und Bergahorn beheimatet.
Kastanie : auch sehr beliebt
Die Kastanie ist ursprünglich nicht bei uns beheimatet. Ihr eigentliches Areal befindet sich in Nordamerika, sowie Süd- und Ostasien. Die bei uns bekannte Rosskastanie gelangte erst Ende des 16. Jahrhunderts als Ziergehölz aus dem Balkanraum nach Mitteleuropa. Inzwischen wurde diese Baumart lange bei uns als Futter- und Zierbaum kultiviert, so dass sie bei uns heimisch geworden ist.
Pappeln : der Exot
Die Gattung der Pappeln gehört zu den Weidengewächsen und ist vor allem in den gemäßigten Zonen der Nordhemisphäre vertreten. Bei uns sind als heimische Arten neben der äußerst seltenen Schwarzpappel (Auen in Mittel- und Süddeutschland) auch die Zitterpappel (Espe) und die Silberpappel zu finden. Die Pappeln der Alleen sind jedoch in der Regel Mischlinge (Hybride) aus unterschiedlichen Arten.
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