Trage hier bitte ein, wie wir dich ansprechen sollen:
 

Wir pflanzen einen Baum!

Als Menschen werden wir von unserer leiblichen Mutter an einem bestimmten Ort geboren. (Merkwürdigerweise sagen wir dazu im Deutschen allerdings "Vaterstadt"). Was für uns später Heimat wird, definieren wir meist selbst: die Stadt oder das Dorf, in dem wir Aufwachsen, oder der Ort, an dem wir später "unsere Wurzeln schlagen", eine Beschäftigung finden oder eine neue Familie gründen.

Auch ein Baum kann in seiner Jugend umgepflanzt werden. Allerdings entscheidet er nicht selbst, an welchem neuen Ort er "heimisch" werden soll. Das gibt uns als Pflanzenden eine besondere Verantwortung. Auch deshalb ist das Pflanzen eines Baumes für uns Menschen ein symbolischer Akt. Wir begleiten damit bspw. die Geburt eines Kindes oder wir pflanzen einen "Hausbaum" in unseren Garten. Früher sagte man, jeder Mensch sollte irgendwann einmal in seinem Leben "seinen" Baum pflanzen. Vielleicht, um auch symbolisch etwas anzulegen, das ihn oder sie selbst einmal überdauern wird (Link Der Mensch, der Baum und der Tod).

 

Wer einen Baum pflanzen möchte, hat vieles zu bedenken. Da ist zunächst der Standort des jungen Baumes: Die Wurzeln müssen sich ausstrecken können, ebenso seine Krone. Auch sollte er nicht zu nah an Gebäuden gepflanzt werden, damit er später nicht die Wohnungen in den Häusern verdunkelt.

Dann müßt ihr euch für eine bestimmte Baumart entscheiden. Am besten für unsere Umwelt ist es, einen einheimischen Baum zu pflanzen. Ein solcher Baum kann vielen Insekten und Vögeln Schutz und Nahrung bieten, da diese an unseren Baum angepasst sind.

Außerdem ist es wichtig, wann ein Baum gepflanzt wird. Als Pflanzzeiten bieten sich das Frühjahr zwischen März und Mai, also vor dem Laubaustrieb, und der Herbst von Oktober bis Mitte Dezember, also nach dem Laubfall, an. Am besten ist es jedoch, wenn der Baum im Herbst gepflanzt wird. Dann kann er in Herbst und Winter Wurzeln zur Wasserversorgung ausbilden und im Frühjahr alle Kraft auf die Blätter verwenden.

 

Viel Raum für die Wurzeln

Wenn Ihr denn richtigen Platz für euren Baum gefunden habt, könnt ihr zunächst das Pflanzloch ausheben. Es sollte mindestens doppelt so tief und doppelt so breit sein, wie das Wurzelwerk beziehungsweise der Wurzelballen. Beim Aushub des Loches müsst Ihr darauf achten, dass Oberboden und Unterboden getrennt voneinander gelagert, also nicht miteinander vermischt werden. Am Grund sollte das Pflanzloch gut aufgelockert werden, so dass die Wurzeln leicht eindringen können.

 
 

Ein Pfahl zum Schutz des Baumes

Da der junge Baum noch nicht sehr kräftig ist, geben wir ihm einen Baumpfahl als Stütze. Ohne einen solchen Pfahl würde sich das Bäumchen bei Wind hin und her bewegen und die feinen Wurzelhaare könnten abreißen. Diese sind sehr wichtig für den Baum, da er mit ihnen Wasser und Nährstoffe aufnimmt. Auf diese Weise kann unser Baum gerade wachsen, was ihm auch im Alter Standfestigkeit gibt. Außerdem sieht er so natürlich auch schöner aus.

Der Baumpfahl wird etwa 30 cm tief in den gewachsenen Boden des Pflanzloches geschlagen. Er sollte gerade und zur Hauptwindrichtung stehen. Durch diese Maßnahme ist der Baum vor Wind geschützt. Der Pfahl darf nicht an den Kronenästen scheuern, da er sonst die jungen Äste verletzen würde.

Hat der Baum einen Wurzelballen, so wird mit einem Pfahlgerüst aus zwei bis vier Pfählen gearbeitet, die außerhalb des Pflanzloches ca. 50 cm tief in das Erdreich geschlagen werden.

 

Nach 2 bis 5 Jahren ist der Baum gut verwurzelt und hat einen kräftigen Stamm. Dann könnt Ihr den Pfahl entfernen.

 

Den Boden verbessern

Zur Bodenverbesserung wird der ausgehobene Oberboden mit gut zersetztem Kompost vermischt. Das beste Mischungsverhältnis wird erreicht, wenn Ihr auf zwei Teile Aushub einen Teil Kompost zum Vermischen nehmt.
Der mit dem Kompost vermengte Boden sollte nicht tiefer als 30 cm eingearbeitet werden. Darunter würde die organische Substanz des Komposts durch den fehlenden Sauerstoff faulen und die Wurzel dadurch schädigen.

 
 

Zu zweit geht es besser

Einen Baum pflanzt man am Besten zu zweit. Dabei hält einer von euch den Baum gerade in das Pflanzloch und der andere füllt die Erde hinein. Dabei solltet ihr darauf achten, zuerst den Unterboden und danach den mit Kompost vermengten Oberboden einzubringen. Achtet darauf, den Baum nicht zu tief einzupflanzen! Die richtige Pflanztiefe könnt Ihr anhand der dunklen Verfärbung am Wurzelansatz erkennen. Weil die Erde später noch etwas absackt, pflanzt man den Baum noch etwa fünf Zentimeter höher.

 
 

Sitzt der Baum dann fest in der Erde, müsst Ihr ihn unbedingt wässern. Dazu formt ihr eine kleine Mulde um den Baum, die ihr dann mehrmals mit Wasser füllt.

 

Jetzt müsst Ihr nur noch den Baum mit einem Strick an den Pfahl binden. Dazu wickelt man den Strick dreimal um Baum und Pfahl. Danach wird der Strick um die so entstandene Verbindung zwischen Baumstamm und Pfahl geschlungen, und zwar vom Stamm weg zum Pfahl hin. Dadurch entsteht ein etwa handbreiter stabiler Abstandhalter.

So hat euer Baum die besten Aussichten auf ein langes und gesundes Baumleben und ihr und viele andere Menschen Freude an ihm.  

4 GRUNDREGELN ZUM BÄUME PFLANZEN

• Am besten einen heimischen Baum pflanzen!
• Ein junger Baum braucht Platz!
• Nicht jeder Baum an jedem Standort!
• Die beste Pflanzzeit ist im Herbst!
 

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