Trage hier bitte ein, wie wir dich ansprechen sollen:
 
von:Christa
an:
Betreff:Baumsterben
Du hast ja nun einiges erfahren über mein Gespräch mit Herrn Beu über dieses Thema. Dabei ging es auch um die Gründe, warum Bäume sterben, und welche Rolle Umwelteinflüsse spielen. In einer Fernsehsendung erfuhr ich nun, daß auch der Klimawandel, der ja auch durch uns Menschen verursacht ist, sich auf das Leben und Sterben auswirkt. Leider konnte ich Herrn Beu dazu aber nichts mehr fragen. Recherchiere doch selbst mal zu diesem Thema, was du dazu herausbekommen kannst!
© Thomas Pätzold 2007 © Thomas Pätzold 2007 © Thomas Pätzold 2007 © Thomas Pätzold 2007

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im wald

erdgeboren bin ich
dem himmel verwandt
verwachsen mit deinem holz baum

genährt von deinen wurzeln
lausche ich ein blatt
dem wind

stimme flüsternd ein
bis ich dann im abend rot
noch einmal hör den schrei der eule
um dankbar einzugehn und zu werden
was ich immer schon war

Wenn ein Baum stirbt...

Du erinnerst dich ja sicher an mein Gespräch mit Herrn Beu, dem Ranger aus dem Nationalpark. Er hatte mir ja auch seinen Lieblingsbaum im Wald gezeigt, eine alte Buche. Gleich neben diesem Baum lag ein umgestürzter Baum, bewachsen von Pilzen und Moos. Das hat mich interessiert: wie Bäume sterben, und was mit ihnen passiert, wenn sie "tot" sind.

Christa: Woran erkennt man, dass ein Baum stirbt?

Herr Beu: Das fängt damit an, daß Baum trockene Stellen bekommt. Die Blätter werden kleiner und die Krone wird lichter. Ja und dann - wenn ein Baum stirbt, dann merkt der das auch. Denn so ein Baum hat eine Seele. Deshalb bringt ein Baum in seinen letzten Jahren noch einmal richtig viel Mast. Das heißt, dass zum Beispiel eine Buche noch einmal richtig viele Bucheckern trägt, oder eine Eiche noch einmal viele Eicheln. Oder eine Fichte noch einmal richtig ordentlich Zapfen, um sich nochmal zu vermehren. Damit sie wissen, irgendeiner wird später meinen Platz einnehmen – so wie das in unserem Leben ja auch ist.

 

Christa: Was passiert mit einem Baum, wenn er tot ist?

Herr Beu: Wie man so schön sagt: das Sterben gehört zum Leben dazu. Wenn ein Baum tot ist im biologischen Sinne, dann ist er das im ökologischen Sinn noch lange nicht. So ein Totholzbaum ist zum Beispiel eine ideale Nische für viele Pilze und Käfer. Allein hier bei uns im Darßwald gibt es ca. 350 verschiedene solcher Käferarten, die von dem toten Holz leben. Ja, und wenn ich hier diese Käfer habe, dann kommen irgendwann auch wieder die Vögel.
Durch den Tod des Baumes entsteht im Wald wieder eine Lücke. Das schafft Platz für neue Pflanzen. Die Sonne kommt wieder besser durch und es gibt wieder mehr Photosynthese. Es entsteht also wieder neues Leben. Und irgenwann wird diese Lücke dann wieder geschlossen sein.
Liegt der tote Baum selbst lange genug im Wald, dann wird er irgendwann wieder Humus sein und als Nährstoff dienen können für die anderen Pflanzen.

 


Im Wirtschaftswald wird das tote Holz aus dem Wald herausgenommen. So kann man das Holz noch verwerten, zum Beispiel als Brennholz. Das hat auch Vorteile zum Beispiel für die Jagd, weil dann die Jäger nicht auf trockene Äste treten.
Bei uns im Nationalpark belassen wir das Totholz im Wald. So erfüllt es seine Funktion im Ökosystem. Und das führt dazu, daß wir hier eine größere Artenvielfalt haben. Zum Beispiel hört man hier viel mehr Vögel als in einem Wirtschaftswald.

Christa: Woran sterben die Bäume?

Herr Beu: Jeder Baum stirbt natürlich irgendwann. Aber es kommen eben auch unsere Einflüsse als Menschen hinzu. Wir haben ja kaum noch wirkliche Naturlandschaften. Selbst unser Nationalpark besteht aus etwa 80 Prozent Kulturlandschaft. Es dauert in der Regel mindestens zwei Baumgenerationen, bis sich alles regeneriert hat und man wieder von einer Naturlandschaft sprechen kann. Also etwa 300 Jahre.

 

Kulturlandschaft Wald bedeutet aber, daß die Bäume oft von einer Art sind und alle in etwa das gleiche Alter haben. Wenn dann Umwelteinflüsse hinzukommen wie Schädlinge zum Beispiel, dann können sie sich gegenseitig anstecken. Zum Beispiel mit der Buchenwolllaus. Die springt von einem Baum zum andern. Habe ich aber Mischwald, also ein paar Kiefern und Birken dazwischen, dann gelingt ihr das nicht. Und so ähnlich ist das mit vielen andern Schädlingen auch.
Ich sage immer, der liebe Gott hat an das alles gedacht, nur der Mensch, der hat das alles verdaddelt.

 
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