Trage hier bitte ein, wie wir dich ansprechen sollen:
 

Durch die Beschäftigung mit diesem Thema hat sich mein Verhältnis zu den Bäumen verändert. Wenn ich heute einem Baum begegne, dann kommen dabei manchmal auch Dinge hoch, die ich wohl bisher nicht so sehen wollte und verdrängt habe. Weil einen einfach nichts ablenkt, nichts stört. Und weil man das Gefühl hat, dass einem jemand zuhört.

Es ist immer so, daß ich, insbesondere durch einen großen starken Baum, an meine Mutter erinnert werde, die vor einigen Jahren bei einem Autounfall gestorben ist.
Was für andere Leute vielleicht ein Grab ist, ist für mich so ein Baum.
Andere Leute können an so ein Grab pilgern und danach gehen sie wieder fröhlich ins Leben hinaus. Meine Mutter wollte aber auf See bestattet werden. Und deshalb gehe ich dazu ans Meer, oder eben zu so einem Baum.

 

Das ist eine Erinnerung, die einerseits unangenehm ist, die ich mir andererseits aber auch bewahren will. Etwas, was einfach zum Leben dazu gehört.

Es ist schwer zu sagen, ob es durch diese Begegnungen mit den Bäumen letztlich für mich leichter ist. Wenn jetzt irgendwo auf der Straße ein Unfall war und Polizei und Feuerwehr da hinfahren, dann kleben ja die Leute an ihren Autofenstern und wollen alles ganz genau mitkriegen. Ich dreh mich weg, ich will das nicht sehen. Aber die Schuld am Tod meiner Mutter gebe ich niemandem. Sicher, wenn dieses und jenes gewesen wäre, wäre vielleicht alles ganz anders gelaufen. Aber es ist eben passiert, und da kann man letztendlich nichts machen. Das hätte jedem anderen auch passieren können. Ohne das irgendwer Schuld gewesen ist.

 
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